Die Wirkstoffe des roten Weinlaubs
Seit über 100 Jahren ist die chemische Zusammensetzung einzelner Pflanzenteile der Weinrebe Gegenstand unzähliger wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei sind sowohl zwischen den einzelnen Pflanzenteilen als auch zwischen den verschiedenen Rebsorten große Unterschiede in ihrer Zusammensetzung gefunden worden.
Flavonoide als wichtigste Wirkstoffe
Die wichtigsten Wirkstoffe der Weinrebenblätter sind die Flavonoide. Als Flavonoide werden die in den Pflanzen enthaltenen Farbstoffe bezeichnet. Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, einer großen Gruppe bioaktiver Substanzen (pflanzlicher Wirkstoffe). Sie haben eine entzündungshemmende Funktion und sind unter anderem für die Elastizität und Wanddichte (Kapillarabdichtung) der Blutgefäße verantwortlich. Mit anderen Worten - Flavonoide können eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Sie wirken auf das Herz und das Gefäßsystem. Sie steigern die oberflächliche Durchblutung, sind herzkranzgefäßerweiternd, blutstillend und blutdrucksenkend.
Abschwellende Wirkung geht auf Flavonoide zurück
Eine erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße kann durch Flavonoide normalisiert werden. Auch die ödemprotektive Wirkung des roten Weinlaubextraktes kann auf die Flavonoid-Fraktion zurückgeführt werden. Rote Weinlaubextrakte werden deshalb seit vielen Jahrzehnten arzneilich verwendet, weil sie vor allem Flavonoide mit gefäßaktivierenden und gefäßschützenden Eigenschaften enthalten. Mit 4% bis 5% liegt der Flavonoidgehalt des Weinlaubs deutlich höher als der anderer Pflanzenteile. Das rote Weinlaub ist zudem gehaltvoller an Anthocyanen (Gerbstoffen) als alle anders gefärbten Blätter. Der Gehalt dieser Gerbstoffe ist auch abhängig von anderen Faktoren wie dem Entwicklungsstadium der Blätter, ihrer Position am Rebstock und der Jahreszeit, so dass die Ernte der Blätter für den roten Weinlaubextrakt schon eine Wissenschaft für sich ist.




